Steuerung des Stromnetzes

Die Anforderungen an den Netzbetreiber steigen durch die Veränderungen bei der Stromerzeugung, -verteilung und -nutzung. Dazu gehört insbesondere die Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik. Auch die Kundenbedürfnisse an transparente Informationen bzw. Daten zu ihrem Verbrauchsverhalten steigen. Die wachsende Informationsmenge, die zeitnahe Verfügbarkeit bzw. Bereitstellung aller notwendigen Daten und deren Nutzung für das Management und die Steuerung der Stromnetze in Echtzeit sind Herausforderungen, denen wir uns als Netzbetreiber gern stellen. Und ein Großteil der Informationen sind auch für anderen Marktteilnehmer relevant: Kunden, Stromlieferanten, Stromhändler und -erzeuger und der vorgelagerten Netzbetreiber. Alle werden davon profitieren.

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Individuellere Nutzung

Hatten bisher Kunden im privaten und gewerblichen Bereich ein sehr ähnliches Nutzungsverhalten, so wird in Zukunft durch technische Innovationen, neuartige Produkte und den Zuwachs der regenerativen Erzeugung die Stromnutzung individueller. Die Rückwirkungen moderner Elektrogeräte auf das Netz müssen durch geeignete Maßnahmen kompensiert und in einem komplexen Netzmanagementsystem berücksichtigt werden. Der Netzbetreiber muss in viel größerem Umfang über alle Zustände im Netz Daten erheben und zur Steuerung nutzen.

Wesentlich mehr Details

Durch die Veränderungen bei der Energieeinspeisung und -nutzung muss der Netzbetreiber zukünftig wesentlich mehr Details zu beachten.Vor der Energiewende wurde der Strom vom konventionellen Kraftwerk in die Höchstspannungsebene (380 kV) gespeist und von dort aus über mehrere Spannungsstufen direkt in die Niederspannungsebene (0,4 kV) an den Hausanschluss des Kunden transportiert. Im Zuge der Energiewende werden mehr erneuerbare, dezentrale Einspeiser an das Stromnetz angeschlossen, die nun auf den zwischenliegenden Spannungsebenen der Hochspannung (110 kV), Mittelspannung (10 kV) und Niederspannung (0,4 kV) einspeisen. Mit dieser Entwicklung wurde der bisher übliche, unidirektionale Lastfluss teilweise umgekehrt und stellt das Stromnetz vor neuen Aufgaben, um die Netzstabilität zu gewährleisten. Für den sicheren Netzbetrieb müssen wir als Betreiber des Berliner Stromnetzes deshalb den Betriebszustand seiner Anlagen und die Energiemengen und Flussrichtungen beobachten. An vielen Stellen wird die Netztechnik dafür bereits heute durch Fernsteuerung automatisiert.