Elektromobilität

Die Elektromobilität wird in den nächsten Jahren einen sehr starken Zuwachs erleben und wir haben frühzeitig die verschiedene Entwicklungspfade betrachtet. Wichtiges Ergebnis:
Das Berliner Stromnetz ist fit für die Elektromobilität.

  • Eine Prognose zur Entwicklung der Elektromobilität ist äußerst schwierig, da derzeit der Anteil von E-Fahrzeugen in Berlin im Promille-Bereich (rund 0,12 %) liegt.
  • Gemeinsam mit dem DAI Labor der TU Berlin wurde mit einer Potentialanalyse die Netzsituation bewertet und die Erkenntnis gewonnen, dass die Entwicklung der Elektromobilität auch bei stark steigenden Anforderungen aus dem Anschluss von Ladesäulen und bei zunehmenden Ladeleistungen nicht durch das Stromnetz ausgebremst werden wird.

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Fragen und Antworten rund um die Elektromobilität

Kann ich mein Auto an der normalen Haushaltssteckdose aufladen?

Das Laden über die normale Haushaltssteckdose sollte nur mit einem geeigneten (Not-)Ladekabel erfolgen. Die Beschaffenheit der Installation sollte vorab durch einen eingetragenen Elektroinstallateur überprüft werden.

Elektrofahrzeuge können an einer fachgerecht installierten Haushaltssteckdose geladen werden, wenn diese für eine Dauerbelastung von 16 Ampere ausgelegt ist, eine Leistung von 2,8 kW nicht überschritten wird und keine weiteren Elektrogeräte im gleichen Stromkreis angeschlossen sind. Die Prüfung dieser Voraussetzungen kann nur über einen eingetragenen Elektroinstallateur erfolgen. Da diese Voraussetzungen allerdings nicht immer erfüllt sind, ist die Installation einer eigenen Ladeeinrichtung über einen separaten Stromkreis mit einem dafür zulässigen Fehlerstromschutzschalter (sogenannter FI-Schutzschalter) vorgeschrieben. Das Laden über eine normale Haushaltssteckdose sollte nur im Notfall erfolgen.

Durch den im Vergleich zu anderen Haushaltsanwendungen hohen Leistungsbezug über mehrere Stunden erwärmt sich die Haushaltssteckdose sowie die dahinterliegenden Kabel beim Laden über die normale Haushaltssteckdose. Bei technisch nicht einwandfreien Installationen oder älteren Kabeln kann es aufgrund der Wärmeentwicklung zu Kabelbrand oder schmelzenden Haushaltssteckdosen kommen. Das Laden an der Haushaltssteckdose dauert darüber hinaus aufgrund der geringen Ladeleistung länger als das Laden an einer fest installierten Ladestation – einer sogenannten Wallbox oder einer freistehenden Ladesäule.

Aktuelle (Not-)Ladekabel besitzen eine in die Ladeleitung integrierte Steuer- und Schutzeinrichtung. Diese begrenzt den Ladestrom auf 13 Ampere (ca. 2,8 kW) und besitzen eine Temperaturüberwachung des Schukosteckers. Diese kann zu einer weiteren Reduktion des Ladestroms führen. Das Laden mit diesen (Not-)Ladekabeln ist somit sicher, aber im Vergleich zum Laden über eine Wallbox relativ langsam.

Welche Ladeleistungen für private Ladeinfrastruktur gibt es heute?

Die Ladeleistung für private Ladeinfrastruktur reicht vom Laden über die normale Haushaltssteckdose mit ≤ 2,8 kW bis hin zu 22 kW. Bei Ladeleistungen oberhalb von 2,8 kW erfolgt das Laden über eine fest installierte Ladestation – eine sogenannten Wallbox oder eine freistehenden Ladesäule.

Für private Wallboxen werden üblicherweise Ladeleistungen zwischen max. 3,7 kW und maximal 22 kW eingesetzt, die den Wechselstrom bzw. Drehstrom (AC) aus dem Netz unmittelbar verwenden. Gleichstromladesäulen (DC-Schnellladung, von 50 kW bis 150 kW) sind für die Bedürfnisse des privaten Ladens nicht passend. Sie sind vergleichsweise teuer und übersteigen aufgrund ihres hohen Leistungsbezugs die Kapazität normaler Netzanschlüsse.

Die maximal mögliche Ladeleistung ist nicht nur durch die Wallbox begrenzt, sondern auch vom Fahrzeugtyp abhängig. Vor dem Erwerb der Ladeeinrichtung sollte daher die Kompatibilität mit den zu ladenden Fahrzeugen geklärt werden.

Bei wem kann ich eine Wallbox kaufen?

Neben vielen Energieversorgern bieten auch andere Marktakteure wie z. B. das Elektrohandwerk passende Ladeeinrichtungen für jeden Anwendungsfall zum Kauf an. Stromnetz Berlin verkauft keine Wallboxen.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Bitte wenden Sie sich an einen eingetragenen Elektroinstallateur für eine Kostenabschätzung für eine Wallbox (Beschaffungskosten, Installationskosten etc.).

Informationen zu unseren Netzentgelten, Entgelte für den Messstellenbetrieb, Umlagen und Abgaben sowie zu Dienstleistungen entnehmen Sie bitte unseren Preisblättern.

zum Preisblatt Netzentgelte

zum Preisblatt Messstellenbetrieb (Zähler)

Gibt es einen günstigeren Netztarif für mein Auto?

Ja, Sie können für das Laden Ihres Elektroautos unser Angebot über reduzierte Netzentgelte in Anspruch nehmen und so pro bezogener Kilowattstunde Geld sparen.

Dieses reduzierte Netzentgelt erhalten Sie, wenn Sie uns (dem Netzbetreiber) die Unterbrechung der Versorgung Ihrer Ladeinfrastruktur für feste Zeiträume ermöglichen. So reduziert sich Ihr zu zahlendes Netzentgelt zum Beispiel um mehr als die Hälfte, wenn Sie Ihr Auto nur außerhalb der Zeit von 18 Uhr bis 20 Uhr laden.

Eine Übersicht der reduzierten Netzentgelte finden Sie in unserem Preisblatt Netzentgelte unter 1. Netzentgelte für Lastprofikunden.

zum Preisblatt Netzentgelte

Hierfür muss Ihre Wallbox lediglich um eine Steuerungseinrichtung ergänzt und ein separater Zählpunkt mit einem Tarifschaltgerät eingerichtet werden.

Achtung: nicht jedes Fahrzeug und nicht jede Ladeeinrichtung unterstützt dies. Für nähere Informationen nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf.

Wer kann mich beraten?

Beratung erhalten Sie von einem Elektroinstallateur oder einem Fachplaner.

Für kleine und mittelständische Unternehmer in Berlin hat das Land Berlin ein zusätzliches Förderprogramm für die wirtschaftsnahe Elektromobilität (WELMO) gestartet. Im Rahmen dieses Förderprogramms wird auch eine Potential- bzw. Realisierungsberatung gefördert. Die vollständigen Förderbedingungen finden Sie unter www.welmo.de.

Stromnetz Berlin bietet in diesem Rahmen eine Potential- und Realisierungsberatung an.

Gegenüberstellung Ladeinfrastruktur

Ladestecker

Testcenter für Ladeinfrastruktur

Stromnetz Berlin prüft in dem Testcenter verschiedene Anlagen und Steuerungen, die im Zuge des Ausbaus von Elektromobilität in die Praxis überführt werden könnten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Phasenwähler
    Zur Beherrschung von Unsymetrien beim Anschluss von mehreren einphasigen Ladeeinrichtungen
  • Lokales Lastmanagement
    Zur Begrenzung der Anschlussleistung einer Ladeinfrastruktur und Reduzierung der Anschlusskosten bzw. der Vermeidung eines überdimensionierten Netzausbaus

Für weitergehende Informationen sprechen Sie uns bitte an.