Redispatch

Durch den Redispatchprozess wird in Deutschland der Einsatz von Erzeugungsanlagen gesteuert und verhindert, dass die Einspeisung von Energie aus diesen Anlagen Engpässe im Stromnetz verursachen. Ein Stromnetzbetreiber korrigiert dafür den vorher von dem Betreiber geplanten Einsatz der Erzeugungsanlage.

Grundlage für Redispatch 2.0

Durch Änderungen im Rahmen des im Mai 2019 in Kraft getretenen Netzausbaubeschleunigungsgesetzes (NABEG 2.0) ergeben sich Anpassungen im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Die bisherigen Vorgaben zum Einspeisemanagement nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) werden aufgehoben und in ein einheitliches Redispatch-Regime (Redispatch 2.0) nach §§ 13, 13a, 14 EnWG überführt. Redispatch 2.0 ist ab dem 1. Oktober 2021 umzusetzen und betrifft nach aktuellem Stand alle Erzeugungs- und Speicheranlagen ab 100 kW Leistung. Daraus ergeben sich neue Anforderungen für alle Marktpartner. Das bisherige Einspeisemanagement soll weitestgehend ersetzt werden.

Der neue Prozess

Im bisherigen Prozess nehmen nur große konventionelle Kraftwerke am Redispatchprozess teil. Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energien wurden zunächst nicht berücksichtigt. Da die EEG-Anlagen  im Rahmen der Energiewende stark ausgebaut werden und mittlerweile den Großteil der Stromerzeugung bereitstellen, verursachen sie auch immer häufiger Engpässe im Stromnetz und müssen daher kurzfristig durch die Netzbetreiber abgeregelt werden. Damit die Abregelungen erneuerbarer Energien zukünftig auf ein Minimum beschränkt wird, sollen die EEG-Anlagen im gleichen Umfang wie konventionelle Kraftwerke bei der Einsatzplanung berücksichtigt und in den Redispatchprozess aufgenommen werden.

Dafür haben die Netzbetreiber den neuen Redispatchprozess 2.0 geschaffen. Der Prozess stellt den Datenaustausch aller Stromerzeugungsanlagen ab 100 kW Leistung zwischen den Netzbetreibern in Deutschland sicher und sorgt dafür, dass im Falle von Engpässen nur die kostengünstigsten und zur Engpassbehebung effektivsten Erzeugungsanlagen ihre Leistung anpassen müssen.

Grundsätzliches Vorgehen

Die wesentlichen Prozessschritte von Redispatch 2.0, Anwendungshilfen, das Einführungsszenario und Begriffsdefinitionen wurden im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.  (BDEW) erarbeitet und sind auf der Webseite des BDEW verfügbar.

Wichtige Dokumente:


Darüber hinaus gibt es verschiedene Festlegungen der Bundesnetzagentur zum neuen Redispatchprozess:

Beteiligte Redispatch 2.0

Generell betrifft der neue Prozess alle Anlagenbetreiber mit Erzeugungsanlagen ab 100 kW installierter Leistung (inklusive Notstromaggregate) und alle Stromnetzbetreiber in Deutschland, an deren Netz diese Anlagen angeschlossen sind.

Unsere Umsetzung

Wir identifizieren alle Anlagenbetreiber und Anlagen ab 100 kW Leistung und sprechen die Anlagenbetreiber vor Prozessstart an. Das Vorgehen für jede Anlage wird abgestimmt und alle Anlagen erhalten eine eindeutige ID. Die Anlagenbetreiber sind zur Informationsbereitstellung von Daten über die betroffenen Anlagen verpflichtet.

Fragen und Antworten