Berliner Stromnetz-Chef: Netzkosten der Energiewende fair verteilen

12.10.2016

Auf Haushalte und Unternehmen in Berlin werden im kommenden Jahr 2017 höhere Kosten für die Nutzung der Netze zukommen.

Auf Haushalte und Unternehmen in Berlin werden im kommenden Jahr 2017 höhere Kosten für die Nutzung der Netze zukommen. Der Grund sind die Entgelterhöhungen des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz Transmission GmbH um knapp 42 % gegenüber dem Vorjahr, die von der Stromnetz Berlin GmbH an ihre Kunden weitergereicht werden müssen. Für einen durchschnittlichen Berliner Haushalt ist dadurch beispielsweise mit jährlichen Mehrkosten von knapp über 20 Euro zu rechnen.

Die Kostensteigerungen im Übertragungsnetz werden von 50Hertz Transmission GmbH, an dessen Netz das Berliner Stromverteilungsnetz angeschlossen ist, durch Leitungszubau und den steigenden Kosten zur Integration der regenerativen Energien erklärt. Die Hauptlast für die Integration der regenerativen Energien in Deutschland tragen aktuell nur zwei der vier Übertragungsnetzbetreibern – darunter die 50Hertz Transmission GmbH, zuständig für die ostdeutschen Bundesländer und Hamburg.

Der Berliner Stromnetz-Chef Thomas Schäfer hält diese regionalen Unterschiede in der Kostenverteilung für nicht fair. „Von großen Menge an Wind- und Sonnenstrom in Nordostdeutschland hat die ganze Republik etwas. Um den Netzkosten für den regenerativen Strom auf alle Regionen Deutschlands fair zu verteilen, brauchen wir deshalb bundeseinheitliche Übertragungsnetzentgelte“, so Thomas Schäfer. Für einen durchschnittlichen Berliner Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.200 Kilowattstunden würde die faire Verteilung der Netzkosten gegenüber den aktuellen Prognosen für 2017 eine Ersparnis von ca. 15 Euro bedeuten, heißt der Preisanstieg würde sich auf lediglich 6 Euro belaufen.

Die exakten Entgelte für das Jahr 2017 werden Ende dieses Jahres ermittelt; am 14.10.2016 erfolgt zunächst die Bekanntgabe voraussichtlicher Netzentgelte der Stromnetz Berlin GmbH.