Einmalig für Berlin: Kabelpflug errichtet 110 Kilovolt-Leitung unter der Erde

23.08.2016

Besondere Verlege-Technologie spart Zeit und Aufwand

Besondere Verlege-Technologie spart Zeit und Aufwand

Mit einem für Berlin bisher einmaligen Verfahren wird derzeit im Nordosten am Stadtrand eine unterirdische 110 Kilovolt-Kabelanlage errichtet. Ein Kabelpflug der österreichischen Firma IFK bringt dabei die zuvor verschweißten Kabelleerrohre durch Einpflügen bis zu 2,30 Meter tief unter die Erde. Zu einem späteren Zeitpunkt können dann die 110 kV-Kunststoffkabel ohne weitere Tiefbauarbeiten eingezogen werden. Die Stromnetz Berlin GmbH hatte sich für das innovative Pflügeverfahren entschieden, um einerseits auf eine aufwändige Grundwasserabsenkung in diesem Bereich verzichten zu können und andererseits einen empfindlichen Eingriff in das als landwirtschaftliche Fläche genutzte Gebiet zu verhindern. Im Gegensatz zum offenen Tiefbauverfahren findet bei dieser Verlege-Technologie keine Durchmischung der Bodenschichten statt.

Bei dem Verfahren wird der Boden entlang der Trasse kurz „angelüftet“. Mit einer Kraft von bis zu 200 Tonnen zieht der Kabelpflug danach die vorbereiteten Leerrohre in den Boden ein und drückt die Erdschichten direkt im Anschluss wieder in ihre ursprüngliche Position.

Auf insgesamt 1.750 Metern Länge baut die Stromnetz Berlin GmbH hier im nördlichsten Bereich Pankows an der Landesgrenze zu Brandenburg die neue Hochspannungskabelanlage. Hintergrund der Arbeiten ist der komplette sechsspurige Ausbau der Bundesautobahn A10 sowie der geplante Bau der Raststätte „Am Kappgraben“ zwischen den Autobahndreiecken Pankow und Barnim. Für diesen Ausbau müssen Teile einer bestehenden 110 kV-Freileitung zwischen dem Netzknoten Malchow und dem Umspannwerk Buch weichen und werden in diesem Abschnitt durch die Kabelanlage ersetzt.

Thomas Schäfer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Stromnetz Berlin, zeigte sich bei einem Pressetermin heute vor Ort beeindruckt von der Technologie: „Die wachsende Stadt Berlin braucht eine moderne Infrastruktur. Um diese zu erhalten, muss man mitunter auch neue und innovative Wege beschreiten. Ich bin froh, dass es uns mit der hier eingesetzten Technologie gelingt, den Eingriff in die Landwirtschaft fast vollständig zu verhindern und auch die Bauzeit für das Projekt deutlich zu verkürzen.“

Bis Ende November soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein und die neue Leitung zur Verfügung stehen. Danach erfolgt der Rückbau des Freileitungsabschnittes inklusive der dazugehörigen Freileitungsmasten. Diese Arbeiten werden bis Mitte April 2017 andauern.

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