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Zusammen für mehr Resilienz – ein Jahr im Zeichen der Sicherheit

 04.05.2026

  • Erwartungen beim Geschäftsergebnis 2025 mit 209,2 Mio. Euro deutlich übertroffen
  • Auf dem Weg zur “Netzverdopplung” - Rekordinvestitionen von 597 Mio. Euro für 2026 geplant
  • Aufwendungen für Resilienz und erhöhte Sicherheitsvorkehrungen kosten zweistelligen Millionen-Betrag

Resilienz erhöhen und die Kapazität des Berliner Stromnetzes in den kommenden Jahren verdoppeln, das sind die vorherrschenden Themen der Stromnetz Berlin GmbH im laufenden Jahr. Darüber informierten Stromnetz Berlin-Geschäftsführer Dr. Erik Landeck und der Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens Dr. Severin Fischer auf dem Jahrespressegespräch des Unternehmens am 4. Mai 2026 in Berlin-Treptow. 

Zwei Brandanschläge innerhalb von vier Monaten hatten in der Hauptstadt für die längsten Stromausfälle der letzten Jahrzehnte gesorgt. Sowohl Tausende Kunden als auch die Stadt waren vor harte Bewährungsproben gestellt worden. 

Aus diesen Ereignissen, aber auch angesichts von Entwicklungen im geopolitischen Raum, gilt es zu lernen und die richtigen Lehren zu ziehen, erklärt Severin Fischer und sagt: „Die weitere Stärkung der Resilienz unserer Infrastruktur ist ein gemeinsames Anliegen des Senats und der Landesunternehmen. Das gilt insbesondere für die Betreiber kritischer Infrastruktur wie Stromnetz Berlin. Zusammen arbeiten wir an Maßnahmen, Versorgungsunterbrechungen zu verhindern, auftretende Störungen schneller zu beheben und sich zugleich an veränderte Rahmenbedingungen und Gefährdungslagen anzupassen. Die hierfür entwickelten Konzepte werden wir sehr schnell umsetzen.” 

Zugleich will Fischer die gesamte Stadtgesellschaft weiter für das Thema Resilienz sensibilisieren. Berlin hat zwar bereits eine Reihe zentraler Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz seiner Stromversorgung auf hohem Niveau umgesetzt. Gleichwohl besteht die Notwendigkeit, diese Arbeit konsequent fortzusetzen und beispielsweise neben der Stärkung der Krisenkoordination auch die Resilienz bei Unternehmen und Verbraucherinnen und Verbrauchern durch eigene Maßnahmen zu erhöhen. So sollen unter anderem Kampagnen das Bewusstsein für den Umgang mit der eigenen Stromversorgung, für präventive Maßnahmen oder das Handeln in besonderen, krisenhaften Situationen schärfen. 

Stromnetz Berlin-Geschäftsführer Dr. Erik Landeck informiert, welche zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen das Unternehmen in den zurückliegenden Monaten getroffen hat, um das Berliner Stromnetz noch stärker gegen äußere Einflüsse zu schützen: „Wir wissen, dass es eine 100%ige Sicherheit nicht geben kann. Dennoch tun wir das technisch und Menschenmögliche, um unsere Einrichtungen und das Berliner Stromnetz wirkungsvoll zu schützen. Mittlerweile wurden dafür mehr als 200 Kameras installiert. Für die Bewachung oder Bestreifung wichtiger Stromnetz-Anlagen sind aktuell 130 Wachschutzkräfte im Einsatz. Weiter wurden etwa 20 Kilometer stärkere Zaunanlagen beschafft.“ Landeck betont, es würden im laufenden Jahr weitere Maßnahmen unter dem Aspekt Resilienz und Sicherheit umgesetzt und dafür insgesamt ein zweistelliger Millionen-Betrag aufgewendet. 

Erfolgreiches Geschäftsjahr für Stromnetz Berlin

Die Stromnetz Berlin GmbH blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Das Unternehmen konnte sein erwartetes Ergebnis deutlich übertreffen und erzielte einen Gewinn nach Steuern von 209,2 Millionen Euro (nach 150,9 Millionen Euro im Vorjahr). Dies resultiert im Wesentlichen aus den preisbedingt geringeren Kosten für die Netzverlustbeschaffung sowie dem finanziellen Saldo aus der Differenzbilanzkreisabrechnung sowie höherer aktivierter Eigenleistungen. Die Investitionen des Berliner Verteilungsnetzbetreibers stiegen mit 452 Millionen Euro auf ein erneutes Allzeithoch.

Auch im Jahr 2026 plant das Unternehmen noch einmal mehr zu investieren: 597 Millionen Euro sind für den Erhalt, den Ausbau, für mehr Digitalisierung, aber auch für die Erhöhung der Resilienz der Berliner Stromnetzinfrastruktur eingeplant. In den nächsten fünf Jahren sollen sich die gesamten Investitionen auf deutlich mehr als 3,6 Milliarden Euro saldieren. 

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens, Dr. Severin Fischer, nimmt das gute Geschäftsergebnis zum Anlass für eine positive Bilanz: „Unser städtischer Stromnetzbetreiber ist nun seit fast fünf Jahren wieder in Landeshand. Das Unternehmen hat sich in dieser Zeit hervorragend entwickelt und seine Herausforderungen beeindruckend gemeistert. Angesichts der sehr positiven Geschäftsergebnisse 2025, aber auch des professionellen Umgangs mit zwei Brandanschlägen in kurzer Folge, möchte ich mich bei den mehr als 2.000 Beschäftigten von Stromnetz Berlin für die Leistungen und das hohe Engagement bedanken. Nur durch ihren Einsatz ist es uns gemeinsam gelungen, das Berliner Stromnetz 24/7 sicher zu betreiben und weiter auszubauen. Die Beschäftigten der Stromnetz Berlin sind ein wichtiger Garant für das Gelingen der Energie-, Wärme- und Mobilitätswende in Berlin.” 

Weitere Geschäftsergebnisse 

Die Umsatzerlöse des Unternehmens stiegen auf 1.639,3 Millionen Euro nach 1.533,2 Millionen Euro im Vorjahr. Stromnetz Berlin sieht in den kommenden zehn Jahren weiter den Bedarf für eine Verdopplung der Netzkapazität, obgleich sich der Stromtransport durch das Berliner Netz 2025 mit 12.290 Gigawattstunden (GWh / Vorjahr: 12.275 GWh) noch auf ähnlichem Niveau zeigt. Die Konzessionsabgabe an das Land Berlin beläuft sich auf 141,1 Millionen Euro (2024: 138,4 Mio.€). 

Erfolgreich agierte das Unternehmen auch auf dem Arbeitsmarkt. 2024 war die Zahl der Belegschaft erstmals auf mehr als 2.000 angestiegen. 2025 setzte Stromnetz Berlin auch hier seinen Wachstumspfad fort und konnte mit rund 200 Neueinstellungen sowie der Besetzung aller Ausbildungsplätze seine Planungen umsetzen. Am Ende des Jahres waren 2.164 Mitarbeitende und 147 Auszubildende bei Stromnetz Berlin beschäftigt. 

Zuteilungsverfahren für besonders große Netzanschlüsse hat sich bewährt 

2025 hat Stromnetz Berlin ein neues Zuteilungsverfahren (Repartierung) für sehr große Netzanschlüsse (größer als 3,5 Megawatt Anschlussleistung) eingeführt. Das Verfahren geht von der aktuell und in absehbarer Zeit in den Berliner Teilnetzen verfügbaren Kapazität aus, die dann auf alle Anfragenden gleichmäßig anteilig verteilt wird. 

Im ersten Durchlauf des neuen Zuteilungsverfahrens standen 365 Megawatt (MW) an Kapazitäten für besonders große Netzanschlüsse vor allem im Nordosten und Südwesten sowie in geringerem Umfang auch im Südosten Berlins zur Verfügung. Das Angebot war mit Anträgen für Netzanschlüsse im Leistungsumfang von insgesamt rund 2.300 MW mehrfach überzeichnet. 20 Unternehmen haben bis zum Ablauf der Annahmefrist einen Vertrag mit Stromnetz Berlin unterzeichnet. 

„Aus unserer Sicht hat sich das neue Zuteilungsverfahren bewährt. Es ist fair und transparent und bietet allen Interessenten gleiche Chancen. Wir sind überzeugt, dass es uns gelungen ist, eine innovative Vorgehensweise zu entwickeln, die auch in Zukunft absichert, dass Berlin ein attraktiver Standort für Wirtschaftsansiedlungen bleibt. Mit dem Verfahren bringen wir Transparenz in die Vergabe von Anschlussleistungen für alle Großkunden, ganz gleich, ob Wärmeversorger, Ladeinfrastrukturanbieter, Energiespeicher- oder Rechenzentrums-Betreiber“, zieht Severin Fischer Bilanz.