Vergütungsanspruch nach EEG

Die derzeit gültige gesetzliche Grundlage für die Vergütung von eingespeister elektrischer Energie ist das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG 2017).

Nach § 1 EEG 2017 ist das Ziel dieses Gesetzes, im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern, fossile Energieressourcen zu schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien zu fördern.

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Vergütung erneuerbarer Energien - Entgelte

Betreiber von Anlagen, in denen ausschließlich erneuerbare Energien oder Grubengas eingesetzt werden, haben für den in diesen Anlagen erzeugten Strom gegen den Netzbetreiber einen Anspruch

  1. auf die Marktprämie nach § 20 EEG 2017, wenn sie den Strom direkt vermarkten und dem Netzbetreiber das Recht überlassen, diesen Strom als „Strom aus erneuerbaren Energien oder aus Grubengas“ zu kennzeichnen (geförderte Direktvermarktung) oder
  2. eine Einspeisevergütung nach § 21 EEG 2017, wenn sie den Strom dem Netzbetreiber zur Verfügung stellen und soweit sie mit dieser Anlage nicht am Regelenergiemarkt teilnehmen. Darüber hinaus haben Anlagenbetreiber nach § 21a EEG 2017 das Recht, den in ihren Anlagen erzeugten Strom ohne Inanspruchnahme einer Zahlung direkt zu vermarkten (sonstige Direktvermarktung).

Wechsel zwischen den Veräußerungsformen

Nach § 21b EEG 2017 dürfen Anlagenbetreiber mit jeder Anlage nur zum ersten Kalendertag eines Monats zwischen den folgenden Veräußerungsformen wechseln:

  1. der Marktprämie nach § 20 EEG 2017
  2. der Einspeisevergütung nach § 21 EEG 2017, auch in Form der Ausfallvergütung
  3. einer sonstigen Direktvermarktung nach § 21a EEG 2017

Es gilt die Festlegung der Marktprozesse für Einspeisestellen der Bundesnetzagentur vom 29.01.2015 (BK14 – 110).

Die An- oder Abmeldung der Direktvermarktung oder der Wechsel zwischen verschiedenen Veräußerungsformen muss dem Netzbetreiber spätestens vor Beginn des der Veränderung vorangehenden Kalendermonats mitgeteilt werden (z. B. Anmeldung bis spätestens 31.03. Für Direktvermarktungsbeginn ab 01.05.).

Zur An- oder Abmeldung nutzen Sie bitte das nachfolgende bereitgestellte Formular („Anmeldung von Bilanzkreiswechseln“) und senden uns dieses ausgefüllt per E-Mail an das Postfach einspeiser@stromnetz-berlin.de. Bitte fügen Sie Ihrer Anmeldung Ihr Kommunikationsdatenblatt sowie die Zuordnungsermächtigung des Lieferanten bei. Die An- oder Abmeldung kann auch durch den stromaufnehmenden Händler erfolgen, wenn dieser eine Vollmacht des Anlagenbetreibers hat.

Meldung von EEG-Anlagen an Bundesnetzagentur

Nach § 6 EEG 2017 errichtet und betreibt die Bundesnetzagentur ein Verzeichnis, in dem Anlagen zu registrieren sind (Marktstammdatenregister). Anlagenbetreiber müssen an das Marktstammdatenregister insbesondere folgende Daten übermitteln:

  1. Angaben zum Anlagenbetreibers,
  2. den Standort der Anlage,
  3. den Energieträger, aus dem der Strom erzeugt wird,
  4. die installierte Leistung der Anlage,
  5. die Angabe, ob für den in der Anlage erzeugten Strom eine Förderung nach dem EEG 2017 in Anspruch genommen werden soll.

Die Registrierungspflicht gilt auch, wenn bei bestehenden EEG-Anlagen eine Änderung der Leistung erfolgt. Bei Nichtregistrierung der EEG-Anlage im Marktstammdatenregister durch den Anlagenbetreiber verringert sich der anzulegende Wert nach § 52 EEG 2017 auf Null bzw. nach § 52 Absatz 3 um jeweils 20 Prozent.

Bitte senden Sie uns als Nachweis der Anmeldung Ihrer EEG-Anlage bei der Bundesnetzagentur eine Kopie der Anmeldungserklärung für die Anlage und eine schriftliche Erklärung, dass Sie die Anmeldung an die Bundesnetzagentur gesandt haben.

Fragen und Antworten

Wir haben für Sie die häufig gestellten Fragen zur EEG-Einspeisung und die dazugehörigen Antworten zusammengestellt.

Was versteht man unter einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage)?

Eine PV-Anlage ist eine Stromerzeugungsanlage. Mit Hilfe von Solarzellen wird Sonnenenergie erfasst und in elektrische Energie umgewandelt.

Wie lange dauert die Bearbeitung eines Anschlussantrages einer Erzeugungsanlage?

Bei Anlagen bis 30 kW dauert die Beantwortung in der Regel 5 Werktage. In dieser Zeit erhält der Kunde ein Angebot, bzw. eine Bestätigung zur gestellten Anfrage. Voraussetzung hierfür ist das Vorliegen aller benötigten Unterlagen. Bei größeren Anlagen sind durch den Netzbetreiber netztechnische Prüfungen erforderlich, die gegebenenfalls zu einem Netzausbau führen können. Die Bearbeitungszeit richtet sich nach dem erforderlichen Aufwand.

Wer muss den Anschlussantrag für eine Erzeugungsanlage beim Netzbetreiber stellen?

Der Antrag kann vom Betreiber der Anlage gestellt werden, wird aber in der Regel vom Errichter gestellt.

Wird ein vorhandener Netzanschluss immer als Einspeisepunkt verwendet?

Es wird grundsätzlich geprüft, ob die Leistung am vorhandenen Anschluss und dem anliegenden Netz aufgenommen werden kann. Ergibt die Netzverträglichkeitsprüfung, dass die Energie am vorhandenen Anschluss aufgenommen werden kann, erhält der Betreiber der Anlage eine Bestätigung. Ansonsten wird geprüft, unter welchen Voraussetzungen die Energie im Verteilnetz aufgenommen werden kann und dann ein entsprechendes Angebot erstellt.

Wann erhalte ich meine Vergütung?

Nach der Inbetriebnahme der Erzeugungsanlage stellt der Einspeiser dem Netzbetreiber folgende Unterlagen zur Verfügung:

  • Inbetriebsetzungsprotokoll mit den Unterschriften des Betreibers und des Errichters der Anlage.
  • Kundeninformationsblatt (enthält die persönlichen Daten des Anlagenbetreibers)
  • Nachweis der Anmeldung bei der Bundesnetzagentur (BNetzA).
  • Allgemeines Umweltgutachten eines Umweltgutachters (bei Biomasseanlagen)

Nach Erhalt der kompletten Unterlagen wird die Auszahlung schnellst möglich erfolgen.

Wie hoch ist meine Vergütung?

Die Vergütung einer Erzeugungsanlage richtet sich nach der Anlagenart, dem Inbetriebnahmezeitpunkt, der Anlagenleistung und der Vermarktungsart. Zur Anrechnung kommen die zum Inbetriebnahmezeitpunkt gültigen Vergütungssätze gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Entstehen mir Kosten für Zählersetzung?

Die Kosten für die Zählersetzung trägt die Stromnetz Berlin GmbH.

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